Life after a German degree…

Thinking about studying German at university?  Already a Germanist and wondering where your degree might take you?  We caught up with some recent graduates who all studied German, and asked them about their memories of the subject, what they are doing now and how their German degree has helped them in their career so far.  

Laura Probodziak

Since graduating from Oxford with a first class degree in German, I have been extremely grateful to have put the traumatic experience of final exams and the often last minute panic of essay submission firmly behind me. However, since then I have been teaching German – with some French – at various secondary schools in London, and so it has been me inflicting deadlines and assessments on students, which has been an interesting turning of tables! I use German every day in my job as a teacher, which I love. I often find myself referring to the Middle High German (medieval) manifestations of various words or digressing into the cultural heritage of certain idioms: knowledge I gathered during the course of my degree. I even find myself promoting the very course I undertook, bringing students on open days and sharing my experience of Oxford with them. I have also helped with writing personal statements and interview practice – something I never thought I would revisit. Eventually, I hope to return to the world of academia and undertake further German studies, and I have Oxford and the German faculty to thank for piquing my interest, but until then I am and will be reminded every day how useful my degree is to my job and what I can offer the next generation of undergraduates.

 

Sheldonian Cake
The Sheldonian Theatre – where most Oxford students graduate – in cake form!

Ellie

Studying languages (French and German) at university gave me the confidence to live and work abroad. This in itself opened new doors for me and through meeting people from all over Germany and Europe I was able to set myself up as a freelance translator and learn all sorts of vital skills in the process. In the past six months my working life has changed quite dramatically as I recently took on a position in data management, but oddly enough I still use my German regularly as some of our main customers work in Cologne. Studying a language opens doors all over the world; the tricky thing is choosing where you want to go next!

 

Where did your German studies take you professionally and personally? Tell us about it in the comments below!

“Achtig! Morgestraich! Vorwärts, marsch!”

OGN’s ‘Correspondent in Stuttgart’ took a trip across the border earlier in the month – to Switzerland, where she experienced a popular pre-Lent tradition with a contemporary edge…

Das, was ihr in der Schule gelernt habt, ist falsch. Grundlegend falsch. Das Jahr hat nicht vier Jahreszeiten; nein, es hat fünf. Das heißt, wenn du in einem deutschsprachigen Land wohnst: denn dort ist die fünfte Jahreszeit der Karneval. Oder Fasching. Oder Fastnacht. Oder Fasnet – je nach Region wird er unterschiedlich genannt.

Traditionsgemäß beginnt diese ‘Jahreszeit’ am 11. November – also der 11.11. – um 11:11 Uhr. Dann wird die normale Ordnung der Gesellschaft aufgehoben. Das Ganze mündet gut drei Monate später in einer Woche voller sehr ausgelassener Feierlichkeiten, zweifellos der Höhepunkt der vorösterlichen Veranstaltungen. Am Aschermittwoch ist diese Narrenzeit vorbei und die Gesellschaft widmet sich der viel ernsteren Fastenzeit. Die Woche davor aber konzentriert sich einerseits auf die witzigen und satirischen Narrensitzungen der Karnevalsgesellschaften (die z.T. auch im Fernsehen übertragen werden), aber ganz besonders auf die Umzüge!

Es gibt viel zu sehen: von den uniformierten Blechmusikkapellen, Prinzen-Garden und Tanzmariechen des rheinländischen Raums bis zu den maskierten Narren und Fantasiefiguren der ‘Narrensprünge‘ (=Umzüge) des schwäbisch-alemannischen Raums – letztere verteilen nicht nur Süßigkeiten unter den Kindern im Publikum, sondern ‘entführen’ auch willkürlich Schaulustige und nehmen sie eine Weile lange im Umzug mit. Jede Region hat sogar seinen ganz einzigartigen ‘Narrenruf’, der zwischen dem Publikum und den vorbeigehenden Narren und Karnevalsgesellschaften hin und her gerufen wird. Die bekanntesten sind ‘Alaaf’ und ‘Helau’ (aber es gibt viiiiiele andere; eine Liste findet ihr hier auf Wikipedia.

2017-03-15
Das Twitter-Konto der Lautsprecherdurchsagen der Deutschen Bahn zeigt, dass auch DB während der fünften Jahreszeit Spaß versteht.

Da ich in einer mittlerweile sehr entfernten Vergangenheit – und nur für sehr kurze Zeit – selber Tanzmariechen war, dachte ich, ich kenne mich so ziemlich aus mit der Karnevalszeit; und, dass mit Anfang der Fastenzeit der Fasching für ein Jahr vorbei wäre. Aber zu früh gefreut! Basel, in der Schweiz, macht es etwas anders. Dort findet die sogenannte ‘Fasnacht’ eine Woche später als überall sonst statt – daher wird es manchmal auch die ‘Bauernfasnacht’ genannt – und es geht los am Montag nach Aschermittwoch mit dem ‘Morgestraich’ (=Morgenstreich), der ‘die drey scheenste Dääg’ (=die drei schönsten Tage) des Jahres einleitet. Das muss man einfach erleben, sagten mir so einige!

Na, davon hatte ich noch nie etwas gehört – was ist denn eigentlich ein Morgestraich?! Ich ließ es mir von einem Freund, der nah an der Schweizer Grenze wohnt, erklären: Es ist der erste Fasnachtsumzug (genannt ‘Cortège’) in Basel und auch damit beginnt die Umkehrung der üblichen Regelungen der städtischen Ordnung. Das wird dadurch symbolisiert, dass das Cortège der ‘Cliquen’ (=Karnevalsgruppen) in kompletter Dunkelheit stattfindet: um Punkt 4 Uhr in der Frühe werden alle Lichter in der Stadt ausgeschaltet. Auch kein fotografieren mit Blitz ist erlaubt. Sollte z.B. ein Geschäft ein Licht versehentlich angelassen haben, wird es ausgemacht… mit lauteren oder “weniger lauteren” Mitteln! Die Cliquen tragen charakteristischen Kostümen und große Masken (=’Larven’), die zu ihren ausgewählten Themen (=’Sujets’) passen, und spielen Musik auf Trommeln und Piccolo Flöten. Weitere Cliquenzugehörige tragen große (und zuweilen auch kleine) beleuchtete Laternen mit handgemalten, aktuell-satirischen Sujets. Da die Cliquen keiner festgelegten Route durch die Stadt folgen, kommt es oftmals zu ‘Staus’ in den Straßen, wenn verschiedene Cliquen aufeinander treffen, mit ihrer jeweiligen Musik konkurrieren – eine ohrenbetäubende Kakophonie! – und vor allem aneinander vorbei wollen.

This slideshow requires JavaScript.

Dieses Spektakel wollte ich unbedingt sehen (oder besser gesagt: hören), also machte ich mit einem Freund ab, dass wir mitten in der Nacht zusammen von Freiburg nach Basel zum Morgestraich fahren würden. Wir hatten aber nicht damit gerechnet, dass die Deutsche Bahn dieses Jahr den üblichen Sonderzug nach Basel gestrichen hat, und dass es keine andere Reisemöglichkeit zu solch früher Stunde geben würde. Etwas enttäuscht entschieden wir uns daher erst bei Tageslicht nach Basel zu reisen und dann den großen Cortège am Nachmittag zu besuchen.

Es hat sich dennoch gelohnt – trotz des miesen Wetters! Ein nicht enden wollender Strom von Cliquen, mit sowohl sehr jungen als auch recht alten Teilnehmern, partizipierten am Cortège; und alle waren mit fantasiereichen, bunten Kostümen und umhüllenden Larven verkleidet. Jede Clique hatte einen Anführer in überdimensionalem Kostüm, der die Geschwindigkeit kontrollierte und die, äh, ‘Musik’ dirigiert hat – eine kunterbunte Mischung aus traditionellen Flöte/Trommel Melodien, internationalen Chart Hits, deutschen Schlagern, Volksliedern und Militärmärschen. Nie ist das bekannte Lied ‘The Sound of Silence’ von Simon & Garfunkel mit so viel Ironie gespielt worden…

This slideshow requires JavaScript.

Die Sujets der Cliquen umfassten die unterschiedlichsten Themen – leider sind weder meine baseldeutsch Fähigkeiten noch meine Kenntnisse über lokale Politik so ausgeprägt, dass ich alle Sprüche und Texte, die auf die riesigen, buntbemalten, grabsteinförmigen Laternen gemalt waren, verstehen konnte. Aus den Kostümen und Larven war allerdings leicht herauszulesen, dass einige Fragen der globalen Politik immer wieder satirisch aufgegriffen wurden: z.B. der Brexit und die Folgen der US-Wahlen waren besonders beliebte Sujets – wir haben Donald Trump-Doppelgänger, die Queen und Boris Johnson mehrmals erblickt… Ein besonderes Lob in Sachen Brexit-Verspottung gilt der Clique, die sich als ‘Shaun das Schaf’-Charaktere verkleidet hatte, samt ‘Farmer’-Anführer mit seinem Kumpan Bitzer (Shaun das Schaf ist wohl auch hier eine beliebte Fernsehsendung für Kinder). Andere Sujets behandelten Billigimporte aus Asien und China, Atomwaffen, Genderpolitik und LGBTQ-Fragen, Fernsehkrimis, und vieles mehr. Hier muss ich hinzufügen, dass einige Kostüme definitiv nicht politisch korrekt waren (jedenfalls aus den Augen einer Britin gesehen…!); auch wenn man mit dem Gedanken ‘andere Länder, andere Sitten’ so manches wegsteckt, gab es einige Momente, wo der berüchtigte Schweizer Kulturkonservatismus sich etwas unschön erblicken ließ.

Basel 2017 Mimosa
Eine Clique wirft Gemüse und Mimosa den Schaulustigen zu.

Alles in allem gab es in diesen paar Stunden des Cortège viele Denkanstöße. Naja, und Weiteres haben wir auch an dem Tag dazu gelernt… Es ist fast unmöglich in Basel an diesem Tag einen warmen, trockenen und ungestörten Ort zu finden, wo man etwas zu Essen bekommen kann. Die traditionelle Mehlsuppe wollen wahrscheinlich die wenigsten Leute tatsächlich essen. Und das natürlich bei schweizerischen Preisen, die fast doppelt so hoch wie die deutschen Preise sind.

Hier für Video klicken – zwei Cliquen spielen ihre Guggenmusik und marschieren aneinander vorbei!

Wenn ihr also nächstes Jahr vorhabt, zum Basler Morgestraich zu fahren – was ich tatsächlich nur empfehlen kann! – dann bringt euer eigenes Picknick und Thermosflaschen mit (und solide wasserdichten Kleidung!), oder seid bereit viel Geld für Essen auszugeben. Es sei denn, ihr plant euch an Fruchtbonbons und Karamellen satt zu essen!

Basel Morgestraich 2017 Süßigkeiten.jpgDoch vielleicht habt ihr auch Glück und fahrt mit fast allem, das ihr für ein Abendessen braucht, nach Hause! Denn während die meisten Umzüge anderswo nur Süßigkeiten und Konfetti werfen, schleudern die Basler Cliquen zusätzlich Orangen, Kartoffeln, Zwiebeln, Karotten und Rettiche in die Menschenmengen. Und – für die Damen – gelbe Rosen und Mimosen Sträuße…
Tja, und da das Ganze immer zur selben Zeit nach Aschermittwoch stattfindet, könnt ihr schon jetzt vorplanen und die Daten der Basler Fasnacht in euren Kalender eintragen: 2018 – 19. Februar; 2019 – 11. März; 2020 – 2. März.

Madeleine Brook, Stuttgart

Photos of Basel 2017 by Madeleine Brook & Harald T.

Wo liegt eigentlich ‘Nimmdillzirkus’? – It must be the OGN Kneipenquiz…

The annual OGN Kneipenquiz has been and gone at Radley College, and the event on 7th February 2017, saw a few tweaks to the usual format (no choruses of ‘Yes, Miss Sophie’ this year!) – as one of the German teachers at Radley writes below. Have a go at designing your own German ‘Kneipenquiz’ – can you beat your teacher’s German knowledge? If you need some ideas, take a look at the OGN website.

Just before half term, Radley’s Germanists played host to a number of students from Oxfordshire schools who came to participate in the annual Kneipenquiz down in the JCR.

Kneipenquiz 2017 2.JPG
Los geht’s! Die Studierenden brechen das Eis…

We kicked off with the traditional speed dating ice breaker where we spoke to someone from a different school in German for 1 minute before moving on to chatting to someone else. This was a great way to practise a bit of German and get to know each other better. Moreover, it helped us find people who we might want to be on our team for the quiz.

The quiz this year was slightly different in that the three boys in Form 6.2 studying German provided three of the rounds of questions. A few of these questions in particular undid the usually unbeatable teacher’s team and although they scored highly it might be worth brushing up on their pop culture a bit in order to avoid embarrassment next year! The retranslation of London tube stops from the literal German back into the English was an especially interesting and indeed challenging round, which surely helped the team led by Jack Folkestone and containing Radley’s very own native speaker, Dan Kirchlechner, to storm to an impressive, though controversial victory.

kneipenquiz-2017-4
‘Wo liegt Nimmdillzirkus?’ The ‘Geography Round’ of the Kneipenquiz takes on the London Underground…

An enormous amount of thanks should go to both Frau Piller and Quizmaster Cresswell for organising the event, writing the quiz and providing some delicious German-themed snacks for the evening.

 

Schach ist wie die Liebe – Allein macht es weniger Spaß

gothaer_liebespaar
The Gotha Lovers, ca. 1480, by the Master of the Housebook

Around much of Europe – and certainly in the English-speaking world – today is a day on which people, especially lovers, demonstrate their affection for each other by giving each other gifts: often flowers, chocolates or sweets and cards. Yet in the German-speaking countries of Germany, Austria and Switzerland, Valentine’s Day isn’t celebrated nearly as much as in the USA or the UK – it’s a much more muted affair, at least in the commercial sense, with less ‘in your face’ advertising.

In the Anglophone world, Valentine’s Day has been associated with matters of the heart since the 14th century and the practice of sending handwritten Valentine’s notes turned to the exchange of mass-produced cards sometime in the 19th century. But in Germany, Austria and Switzerland, the profane and commercial aspects of the day didn’t really take off until after the Second World War, when many British and especially American soldiers were stationed there and introduced the practice of giving a card and roses or chocolates. In 1950, the first Valentinsball (‘Valentine’s Day Ball’) was held in Nuremberg – and similar balls have been held all over Germany ever since. Stefan Zweig‘s comment that ‘Schach ist wie die Liebe – Allein macht es weniger Spaß’ (Chess is like love – it’s less fun alone) certainly seems to hold a grain of truth, at least for the love part.

French may be the classic choice, but German is the language of love as well, or at least of talking about love! And if any day calls for some poetry, then it’s Valentine’s Day. So we asked around: what’s your favourite love poem in German and why is it good (or bad)? Here are three poems that were offered by our contributors – have a go at reading them and see what they say. But the important question is really: Was ist Dein Lieblingsliebesgedicht auf Deutsch?

 

Ist Lieb ein Feuer / und kann das Eisen schmiegen /
bin ich voll Feuer / und voller Liebespein /
wovon mag doch der Liebsten Herze sein?
wann’s eisern wär’ / so würd’ es mir erliegen /
wann’s gülden wär’ / so würd’ ich’s können biegen
durch meine Glut; soll’s aber fleischern sein /
so schließ ich fort: Es ist ein fleischern Stein:
doch kann mich nicht ein Stein / wie sie / betrügen.
Ist’s dann wie Frost / wie kalter Schnee und Eis /
wie presst sie dann aus mir den Liebesschweiß?
Mich deucht: Ihr Herz ist wie die Lorbeerblätter /
die nicht berührt ein starker Donnerkeil /
sie / sie verlacht / Cupido / deine Pfeil;
und ist befreit vor deinem Donnerwetter.

Carl_Spitzweg_Der abgefangene Liebesbrief.jpg
Carl Spitzweg, Der abgefangene Liebesbrief , ca. 1860

This sonnet is by Sibylle Schwarz, a teenage poet of the 17th century (she died when she was 17!) – she was a poetry prodigy. I particularly like this poem because Schwarz plays with the then current fashion for petrarchic motifs and characteristics in love poetry; she examines these very motifs in a petrarchic way and finds them all wanting. All fail to really express what love is – and in the end, the female object of the lyric voice’s desire is triumphantly untouched by love anyway and certainly by the poetry. So the girl, quite contrary to the way things ought to go in the 17th century, is not ensnared and trapped by Cupid.

Madeleine, Stuttgart

Die zwei blauen Augen
von meinem Schatz,
Die haben mich in die
weite Welt geschickt.
Da mußt ich Abschied nehmen vom allerliebsten Platz!
O Augen blau,
warum habt ihr mich angeblickt?
Nun hab’ ich ewig Leid und Grämen!

peter_von_cornelius_-_faust_bietet_gretchen_den_arm
Doomed lovers Faust and Gretchen. Peter von Cornelius, Faust offers his arm to Gretchen, ca. 1811

Ich bin ausgegangen
in stiller Nacht
wohl über die dunkle Heide.
Hat mir niemand Ade gesagt
Ade!:
Mein Gesell’ war Lieb und Leide!

Auf der Straße stand ein Lindenbaum,
Da hab’ ich zum ersten Mal
im Schlaf geruht!
Unter dem Lindenbaum,
Der hat seine Blüten
über mich geschneit,
Da wußt’ ich nicht, wie das Leben tut,
War alles, alles wieder gut!
Alles! Alles, Lieb und Leid
Und Welt und Traum!

Gustav Mahler’s Lieder eines fahrenden Gesellen (known in English as Songs of a Wayfarer) is a cycle of four songs composed around 1884. It’s a rather macabre and slightly sardonic reflection on the theme of lost or rejected love, after Mahler‘s own unhappy love affair. In fact, it’s a bit of an anti-love song and perhaps shows that Mahler was a better composer than he was a poet (but maybe that’s also why I like it!).

Alex, London

Ernst_Ludwig_Kirchner_-_Liebespaar_(Der_Kuss).jpg
Ernst Ludwig Kirchner, Liebespaar (Der Kuss), 1930

Wie furchtbar auch die Flamme war,
In der man einst zusammenbrannte,
Am Ende bleibt ein wenig Glut.
Auch uns geschieht das Altbekannte.

Daß es nicht Asche ist, die letzte Spur von Feuer,
Zeigt unser Tagwerk. Und wie teuer
Die kleine Wärme ist, hab ich erfahren
In diesem schlimmsten Jahr
Von allen meinen Jahren.
Wenn wieder so ein Winter wird
Und auf mich so ein Schnee fällt,
Rettet nur diese Wärme mich
Vom Tod. Was hält
Mich sonst? Von unserer Liebe bleibt: daß
Wir uns hatten. Kein Gras
Wird auf uns sein, kein Stein,
Solange diese Glut glimmt.

Solange Glut ist,
Kann auch Feuer sein …

My favourite German love poem is Liebe (Love) by Eva Strittmatter, a very modern writer who died recently, in 2011. I adore her ability to put all the various kinds of love that can be experienced within a lifetime into a deceptively simple narrative. This doesn’t diminish it at all but allows her to play with all love’s ambivalences.

Susanne, Oxford

Teddy Bear Austausch – A German Exchange with a difference!

At the Oxford German Network we work not only with secondary schools, but also with primary schools where German is taught.  One of our local schools has been making great use of some of the fantastic opportunities that the UK-German Connection provides for younger learners and their teachers.  The UK-German Connection is an organisation “dedicated to increasing contacts and understanding between young people in the UK and Germany”.  Why not take a look at their voyage kids website, aimed at primary pupils, or the voyage for older pupils.  But first, a tale of teddy bears and teacher travels…

SS Philip and James’ School, Oxford (often called Phil and Jim’s for short) has been developing a link with Brakenhoffschule, a primary school in Westerstede, near Bremen in northern Germany.

The link was made possible through projects organised by the UK-German Connection. The first of these was the ‘host a teacher’ initiative. Earlier in the year a teacher from Brakenhoffschule spent two weeks at Phil and Jim’s, helping with German teaching and finding out about the school. This was a fantastic opportunity for the school and of course the German teacher was able to take back a lot of new experiences to share with their own pupils. Since the visit the two schools have kept in contact and children in Year 5 have written penpal letters.

primary-blog-bears
Alex, the German bear (left), meets the new resident bears at Phil and Jim’s

Recently the children in Year 3 had a very special visitor from Berlin, again as part of a UK-German Connection project. His name is Alex … and he is a Teddybear! His visit was part of the Bears Project, and involved Ben, an English Teddybear, visiting Phil and Jim’s partner school in Germany.  On the ‘Bears’ webpage you can find out lots more about how to participate, and see all of the British and German schools that the bears have already visited! It’s safe to safe to say that Ben received a very warm welcome in Germany, and the Brakenhoffschule pupils even prepared some welcome signs before his arrival – his visit is currently highlighted on the school’s homepage! (Scroll midway down…)

All the children and both teachers agreed that the visits were a big success, with the bears teaching the children more about their language and culture. The bears even have their own blog on the Voyage kids website!

Nicola Deboys, Oxford German Network

Linguamania at the Museum

Consider this phrase: Creative Multi-lingualism. So many things right with every single part of this!  It’s also the name of a new, exciting, and high-profile project between six top UK and US universities, led by our very own, ever-enthusiastic language champion, Katrin Kohl.

Linguamania – going mad for languages

harry-potter-and-the-rosetta-stone
Harry Potter and the ‘Rosetta Stone’ – students rewrite a children’s classic

Creative Multilingualism kicked off in style with Linguamania – another great name! On 27 January, the venerable Ashmolean Museum in Oxford pulled out all the stops – and even the disco lights! – for this packed “Live Friday” event, celebrating all things language with music, theatre, taster sessions, and interactive art. Language-lovers of all ages enjoyed writing a new, multilingual Harry Potter chapter, laughed as Ovid’s Apollo chased Daphne to Benny Hill music, and hummed-and-drummed away to Samba rhythms, before writing their own name in Elvish. Yes, Elvish! Should you ever have moaned that “young people just don’t care about languages these days” – well, Linguamania would have persuaded you otherwise in a second. Local schools arrived by the busload, and students took naturally to getting creative around languages. Some even felt a touch of poetic inspiration: “Learning a language is like a rollercoaster, because it’s fun – especially with friends!”, says a Year 9 student. His friend chips in: “A foreign language is the key to a whole new world!”

Languages – ticking all the boxes?

multilingual-metaphor
Multilingual metaphors are discussed at the conference

How to get other young people on board with the idea that languages are a massively useful skill was a recurring theme the following day during the partner conference, Languages and Creativity. The state of languages in UK schools caused debate on-(and particularly off-)podium. “Languages are taught so badly in our schools,” some complained. “These days it’s all just about ticking boxes!” Not everybody agreed: “Let’s not blame exams, or teachers, or kids. The hard work, dedication, creativity, and enthusiasm that goes on in language teaching (and learning!) in our schools is truly awesome. Yes, we need to highlight this fact, and yes, we need to foster languages – but mainly we need to support each other in our common goal.” On one thing, though, we’re definitely all on the same page: Languages – ticking all the boxes!

pig-oder-schwein
Pig oder Schwein, das ist die Frage! Multilingual metaphor in action!

To find out more about Creative Multilingualism, and to follow the project on Twitter and Facebook, go to http://www.creativeml.ox.ac.uk/

Heike Krüsemann, OGP Coordinator

To sign up for Heike’s newsletter ‘Joining up German teaching in the UK’ – top tips, events and resources from the world of German teaching, click here; to see past newsletter editions click here.

 

 

 

 

 

 

Kultur durch erstklassige Kekse

By the end of November ‘Oxmas’ (as the short window for Christmas in the Oxford University term is often referred to) was already well underway, and I found myself frequenting the German Christmas stalls in Broad Street for mulled cider an unhealthy number of times.  In this festive spirit, on 30 November 2016 a group of Oxford German Network Ambassadors travelled to Oxford High School to give the students a sample of German Christmas tradition. The event brought together students in years 7-9 from St Edward’s School, St Bartholomew’s, Chipping Norton School, Cheney School, John Mason, Oxford Spires Academy and Oxford High, who generously hosted this year’s event.

An impressive 63 students came with their contributions to the Weihnachtsplätzchenbackwettbewerb, an annual Christmas baking competition organised by the OGN. Over the course of the evening, OGN judges from the German sub-faculty of the university tasted – and immensely enjoyed – every Plätzchen variety, and then faced the challenging task of awarding separate prizes for originality, taste, and appearance to the best entries. Originality was a particularly interesting category, since among the contributions were a sleigh carved out of dough, an entire gingerbread church (complete with a vicar and his wife!), and biscuits designed specifically as a vegan alternative!

biscuits-2016-tree
‘O Tannenbaum, o Tannenbaum, du kannst mir sehr gefallen!’

While awaiting the results of the baking competition, the students made ornaments for the OGN Christmas tree, many of which showcased their knowledge of German words and phrases, such as “Weihnachstgeschenke,” “Schneeflocke,” and “Deutsch ist prima.” As you can imagine, it ended in an arts-and-crafts flurry of creativity, paper and pipe-cleaners everywhere, but all in good jest.

Students then formed small teams and took part in a multiple choice quiz about Christmas in Germany – natürlich – containing questions about Christmas markets, St. Nicholas’s Day, and typical German food and drink, all with German Christmas carols playing in the background – auch natürlich. After learning more about Germany’s prominent Christmas traditions, the long-awaited prize ceremony finally arrived, which honoured several Plätzchen winners, along with the pupil who made the most creative Christmas ornament, and the group that earned the highest score on the quiz. The winners were presented with chocolate Santas, or Schokonikoläuse, which are a popular Christmas treat in Germany. But, of course, all participants were allowed to indulge in sweets, since each pupil contributed to the event very positively and enthusiastically. A few of the evening’s highlights are captured in the photos you see here.

We are very thankful that the Christmas baking competition has enjoyed such success in past years, and that it is becoming increasingly popular among local schools. As in previous years, local primary school “Phil and Jim’s” enthusiastically participated in the spirit of the event, holding their own competition for Year 6 German learners, who designed, made and decorated biscuits and undertook some vocabulary-learning challenges in school and at home.

A big thank you goes out to Oxford High School for agreeing to hold the event, and to all staff members and pupils for participating – and for continuing to share their interest in German language and culture with the Oxford German Network!

Frohes neues Jahr!

Helena Ord and Charles Britton, OGN Student Ambassadors

Erich Kästners Berlin

In her final post on literary images of Berlin, Jana Maria Weiss introduces us to the German capital seen through the eyes of the writer, Erich Kästner, who is particularly well known for his children’s stories (e.g. Emil and the Detectives; Emil and the Flying Classroom).

„Es scheint doch, dass ich wirklich nach Berlin gehöre, wie?“

So schrieb Erich Kästner (1899-1974) wenige Monate nach seinem Umzug in die Hauptstadt an die Mutter nach Dresden. Nachdem der gebürtige Sachse mehrere Jahre in Leipzig gelebt, studiert und gearbeitet hatte, verlor er 1927 seine Anstellung bei der Neuen Leipziger Zeitung. Fortan musste er sich als freier Journalist durchschlagen. Doch was zunächst wie ein Unglück aussah, entpuppt sich bald als große Chance: Kästner siedelt nach Berlin über und beginnt seine Texte – zunächst Theaterkritiken später auch Gedichte – an diverse namhafte Zeitungen zu verkaufen. Er versteht es, sich zu vermarkten – stets mit dem selbsterklärten Ziel vor Augen: Wenn ich 30 Jahre bin, will ich, daß man meinen Namen kennt. Bis 35 will ich anerkannt sein. Bis 40 sogar ein bißchen berühmt.

erich_ka%cc%88stner_1961_wikipedia
Erich Kästner in 1961

Es sollte ihm gelingen. Seine Zeitungs-Gedichte, für die er selbst den Begriff der „Gebrauchslyrik“ prägt,  treffen den Nerv der Zeit. In sachlich klarer Sprache beschreibt er mit einfühlsamem Blick den Alltag der kleinen Leute in der Großstadt. Dienstmädchen, Werksarbeitern und Sekretärinnen widmet er seine dichterische Aufmerksamkeit:

Der Mann, von dem im weiteren Verlauf
die Rede ist, hieß Schmidt (Kurt Schm., komplett).
Er stand, nur sonntags nicht, früh 6 Uhr auf
und ging allabendlich Punkt 8 zu Bett.

10 Stunden lag er stumm und ohne Blick.
4 Stunden brauchte er für Fahrt und Essen.
9 Stunden stand er in der Glasfabrik.
1 Stündchen blieb für höhere Interessen.

Sein erster Gedichtband Herz auf Taille (1928) wird zum Bestseller. Und auch im für ihn damals noch neuen Genre der Kinderliteratur erobert er mit seinem Roman Emil und die Detektive (1929) im Fluge die Herzen kleiner und großer Leser. Mit Emil, Pony Hütchen und Gustav mit der Hupe, die in Berlin auf Verbrecherjagd gehen, hat Kästner sich tief ins literarische Gedächtnis der Stadt eingeschrieben: Ausgehend vom Bahnhof Zoo, wo Emil den Zug verlässt, um den Dieb Grundeis zu verfolgen, schlängeln sich die Wege der kleinen Detektive durch ganz Berlin. Die Kinder ermitteln im aufregenden Gewusel der Großstadt, deren hektisches Treiben für sie zum Abenteuer wird: Das ist ja wie im Kino!, ruft Gustav mit der Hupe begeistert.

Was die Kinder an der Metropole fasziniert, wirkt auf Kästners erwachsene Figuren hingegen oft bedrohlich. Sie sind von den vielen Eindrücken überfordert und fühlen sich in der Großstadt verloren:

Sie wissen vor Staunen nicht aus und nicht ein.
Sie stehen und wundern sich bloß.
Die Bahnen rasseln. Die Autos schrein.
Sie möchten am liebsten zu Hause sein.
Und finden Berlin zu groß.

Es klingt, als ob die Großstadt stöhnt,
weil irgendwer sie schilt.
Die Häuser funkeln. Die U-Bahn dröhnt.
Sie sind das alles so gar nicht gewöhnt.
Und finden Berlin zu wild.

Kein Wunder! Denn das Berlin der 20er und 30er Jahre gleicht in vieler Hinsicht einem hektischen Rummel: Theater, Kabaretts, Bierpaläste und Musiklokale sind an allen Ecken zu finden. Genusssucht und Freizügigkeit bestimmen das Berliner Leben. Fabian, der Protagonist in Kästners gleichnamigem Roman, veranlasst dies zur Diagnose: Sittenverfall. Sein Blick auf die Großstadt ist in jeder Hinsicht negativ, dystopisch:

Soweit diese riesige Stadt aus Stein besteht, ist sie fast noch wie einst. Hinsichtlich der Bewohner gleicht sie längst einem Irrenhaus. Im Osten residiert das Verbrechen, im Zentrum die Gaunerei, im Norden das Elend, im Westen die Unzucht und in allen Himmelsrichtungen wohnt der Untergang.

In diesem Berlin fühlt sich Fabian, der Moralist – wie Kästner ihn nennt – völlig verloren. Oft fährt er ziellos durch die Stadt, verirrt sich, wandelt einsam durch Straßen und Gassen:

Er hatte keine Ahnung, wo er sich befand. Wenn man am Wittenbergplatz auf den Autobus 1 kletterte, an der Potsdamer Brücke in eine Straßenbahn umsteigt, ohne deren Nummer zu lesen, und zwanzig Minuten später den Wagen verläßt, weil plötzlich eine Frau drinsitzt, die Friedrich dem Großen ähnelt, kann man wirklich nicht wissen, wo man ist.

Doch das Verhältnis des Protagonisten zur Großstadt ist gespalten. Fabian erscheint als Stadtneurotiker à la Woody Allen: Die Metropole ist ihm verhasst und doch kann er nicht ohne sie. Die Flucht vor dem großstädtischen Leben zurück in die heimatliche Provinz ist sein Ende. Beim Versuch, dort einen Mann vor dem Ertrinken zu retten, kommt der Nichtschwimmer Fabian ums Leben.

Auch Erich Kästners selbst ist zwischen seiner Liebe zu Berlin und der Sehnsucht nach seiner Heimatstadt Dresden hin- und hergerissen. In der Hauptstadt feiert er große berufliche Erfolge, hat immer wieder neue Liebesbeziehungen und führt ein aufregendes Literatenleben. Dennoch verspürt er großes Heimweh, besonders nach seiner Mutter, zu der er zeitlebens eine äußerst enge Bindung hatte. Kästner schreibt ihr täglich und schickt noch während der Wirren des zweiten Weltkrieges seine Wäsche zum Waschen nach Hause.

Sein enges Verhältnis zur Mutter mag auch ein Grund dafür gewesen sein, dass Kästner – anders als die meisten seiner regimekritischen Dichterkollegen – nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 nicht emigriert. Den Entschluss, in Berlin zu bleiben, begründet er mit seiner schriftstellerischen Verantwortung, als Chronist vor Ort die Ereignisse zu dokumentieren zu wollen. Als Einziger aller betroffenen Autoren wohnt er am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz der Bücherverbrennung bei. Die schriftlichen Aufzeichnungen über dieses schreckliche Ereignis, enthalten die wohl nihilistischste Berlinbeschreibung im Werk Erich Kästners: Begräbniswetter hing über der Stadt.

Im Jahre 1945 verließ Erich Kästner das umkämpfte Berlin und lebte schließlich in München, wo er im Sommer 1974 nach schwerer Krankheit starb.

Jana Maria Weiss, OGN Ambassador

Rahel Varnhagens Berlin

We’re back from our Christmas break, and Jana Maria Weiss continues our series of posts on literary images of Berlin with an exploration of the work of Rahel Varnhagen, a German-Jewish writer in the eighteenth century who also hosted one of the most celebrated literary salons of her day.

Manchmal träumt Rahel davon eine richtige Schriftstellerin zu sein. Sie weiß, dass sie das Zeug dazu hätte, und wird es doch nie werden:

Der größte Künstler, Philosoph oder Dichter ist nicht über mir. Wir sind vom selben Element . . . mir aber ward das Leben angewiesen.

Sie wird keine Gedichte, Romane oder Dramen schreiben – und doch ein literarisches Erbe hinterlassen, das von großer poetischer Kraft ist. In unzähligen Briefen, Reiseberichten und Tagebucheinträgen verarbeitet sie ihr Leben lang schreibend ihre Erfahrungen. Es entsteht ein Textgeflecht, das nicht nur Rahels Biografie dokumentiert, sondern ein lebhaftes Bild ihrer Zeit entwirft.

daffinger_-_rahel_varnhagen_von_ense
Rahel Varnhagen von Ense (1817) – a portrait after Moritz Michael Daffinger

Ihre Zeit – das ist die Epoche der Romantik um 1800 in Berlin. 1771 wird Rahel Varnhagen (1771 – 1833), die damals noch Levin heißt, als Tochter eines wohlhabenden Berliner Bankiers geboren. Man lebt in der Jägerstraße am Gendarmenmarkt, einer der prächtigsten Gegenden der Stadt. Trotz ihrer hervorgehobenen Position im Wirtschaftsleben sind die Levins als jüdische Familie gesellschaftliche Außenseiter. Ihr Leben lang leidet Rahel darunter. Sie kämpft um Anerkennung und versucht sich anzupassen. Ganz gelingt ihr das nie. Dass Rahel trotzdem ein großes Selbstbewusstsein entwickelt, hat sie vor allem dem Lesen zu verdanken. Autodidaktisch macht sie sich mit der großen Weltliteratur vertraut, liest Shakespeare, Dante, Lessing und Goethe. Das umfangreiche Wissen, das sie sich auf diese Weise aneignet, gepaart mit ihrem geistreichen Humor, macht aus ihr die charmante Intellektuelle, die später von so Vielen bewundert wird.

Kaum eine andere Frau wird eine derartige Palette an Komplimenten großer Dichter aufweisen können: Heinrich Heine nennt sie die „geistreichste Frau des Universums“, Franz Grillparzer bekennt, nie in seinem Leben jemanden „interessanter und besser reden gehört“ zu haben und der von Rahel innig verehrte Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe verdichtet sein weit ausholendes positives Urteil über sie in den Worten: „sie ist, was ich eine schöne Seele nennen möchte.“

Doch wie gelingt es der jungen Rahel solche Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen? Eine Schönheit ist sie nicht, doch verfügt sie über die Gabe, Menschen zusammenzuführen und zu unterhalten. Sie ist ein wahres Geselligkeitsgenie und weiß es auch. So schreibt sie in einem ihrer Briefe an Clemens Brentano:

Ich liebe unendlich Gesellschaft und bin ganz überzeugt, daß ich dazu gebohren, von der Natur bestimmt und ausgerüstet bin.

Wie viele andere jüdische Frauen gründet Rahel, ihrer gesellschaftlichen Außenseiterrolle zum Trotz, schlichtweg ihre eigene Gesellschaft: Sie eröffnet einen Salon. Im Dachstubenzimmer der Jägerstraße 54 trifft man sich fortan in geselliger Runde, um über Kunst und Literatur zu sprechen. Bei Tee und Gebäck wird diskutiert, philosophiert und Musik gemacht. Die jüdischen Berliner Salons avancieren zu einem Kult, der Intellektuelle aus ganz Deutschland in die preußische Hauptstadt zieht. Als Salon mit der größten Anziehungskraft gilt bald der von Rahel Levin. Größen des Berliner Lebens, von den Humboldt-Brüdern über romantische Dichter wie Tieck und Schlegel bis hin zum preußischen Adel, gehen in der Jägerstraße ein und aus.

Man suchte sie gern auf, nicht bloß, weil sie von sehr liebenswürdigem Charakter war, sondern weil man fast mit Gewißheit darauf rechnen konnte, nie von ihr zu gehen, ohne nicht etwas von ihr gehört zu haben und mit hinwegzunehmen, das Stoff zu weiterem ernsten, oft tiefen Nachdenken gab oder das Gefühl lebendig anregte.

So schreibt Wilhelm von Humboldt 1834 über Rahel. Doch ein Teil der populären Gesellschaftsdame fühlt sich immer noch einsam. Aufgrund von Rahels jüdischer Herkunft scheitern mehrere Verlobungen. Erst im Alter von 43 Jahren wird sie den Diplomaten Karl August Varnhagen von Ense heiraten. Ihre vorigen Affären und gescheiterten Beziehungen veranlassen die Berliner Gesellschaft zu bösem Gerede.

Oft unternimmt Rahel allein ausgedehnte Spaziergänge durch Berlin. Sie beobachtet das städtische Treiben und lässt dabei ihre Gedanken schweifen. Was sie wahrnimmt und wie sie sich fühlt beschreibt sie in Tagebucheinträgen und Briefen. So an ihren Freund Alexander von der Marwitz:

Wollte allein umherlaufen; mir war sehr unwohl im Gehirn. (…) Ich ging am Schiffbauerdamm und Weidendamm, kurz an allen großen Plätzen der Stadt umher und dachte an Sie.

Ganz im Sinne der Romantik widmet Rahel sich bei ihren Spaziergängen besonders der Naturbeobachtung. Genau beschreibt sie die jahreszeitlichen Veränderungen in der Stadt:

Hundertfälliges Grün, geputzte Blüten, alles empfängt Sie und weht Ihnen Juni-Gedanken an, das tut der Mai, leichtere Schatten präsentieren sich schon . . . die Stadt riecht nach Bäumen wie ein Wald.

Die sinnliche Erfahrung der Natur wird dabei eng mit der Erfahrung des Ichs, den eigenen Stimmungen und Gefühlen, verbunden:

Ich habe mir jetzt angewöhnt abends nach dem Tiergarten zu Marcus zu gehen (…) Der Wald ist göttlich! – wunderbar schön. So dünkt mich hatten sich Laub, Zweige, Blätter Scheine und Farben nie. Alles so zauberartig! Und wahrhaftig, ich befinde mich doch nicht so prächtig.

Zeitlebens begleitet Rahel eine innere Schwermut, die so gar nicht zu ihrem charmanten und selbstsicheren Auftreten als Salondame zu passen scheint. Doch vielleicht ist gerade das Geselligsein, der rege Austausch mit Anderen, den sie stets pflegt, ihr Mittel, gegen das Gefühl innerer Leere anzukämpfen. Rahel ist immer auf der Suche nach Selbsterfahrung: im Gespräch mit intellektuellen Größen, beim Flanieren durch das sich stets verändernde Berlin und nicht zuletzt beim Schreiben.

Rund 10 000 Briefe umfasst ihr literarisches Werk. Es ist das geworden, was Rahel Varnhagen selbst prophezeit hat: eine Original-Geschichte und poetisch – darüber hinaus ein wunderbares Porträt der Stadt Berlin.

Jana Maria Weiss, OGN Ambassador

Wust – one letter away from ‘Wurst’ and ‘Wüste’

Back in Februrary, on the way to our Kneipenquiz at a local school, OGN Coordinator Nicola discovered that one of our Ambassadors, Chris, had spent his summer in a place she knew very well indeed – in Wust.  Where?  Wust.  (I’ll leave Chris to explain…)  Between us we have spent three summers in Wust and wanted to take the opportunity to introduce this wonderful little place to a wider audience, and hopefully persuade more students to make the journey Wust-wards. Over to Chris…

Nestled deep in the countryside of Saxony-Anhalt, Wust is a small village in the former East Germany. That description generally draws some pretty bemused looks, and you’re probably wondering what the attraction could be for your average 20-year-old student. Well, I’ve now spent two pretty incredible summers in Wust, and have every intention of going back for a third time –  this post hopefully will give some idea of what is so special about the place!

This tiny village just west of Berlin comes alive for four weeks in July and August, when it hosts the Sommerschule Wust. Every summer, hundreds of Germans (the Teilnehmer) flock to Wust, keen to learn English. The summer school is open to all, from eight-year olds to eighty-year olds, from absolute beginners to fluent English teachers. They come from all over, mainly from ‘die neuen Bundesländer’ but also from as far away as Düsseldorf and even the Ivory Coast!

chris-blog-wust-village-1
Leafy, sleepy Wust, home of the Sommerschule Wust

And who teaches them? This pleasure falls to a team of teachers (Dozenten) drawn (mostly) from Oxford, Cambridge and Brown Universities. The Dozenten are a very mixed bunch, usually, but not always, language students, with a variety of skills and interests, covering everything from highland dancing to macro-economics.  There’s no Wust ‘type’, and everyone quickly forms lasting friendships. The Dozenten live with local families – a great opportunity to sample German cuisine (yes, there is more to it than potatoes and pork!) and to practise your German.

A typical day in Wust starts bright and early with Morgenappell at 08:45 before the first lesson starts at 09:00. Teilnehmer have three language classes every morning, each with a different Dozent. You’re free to teach whatever and however you like, as long as it gets the class speaking English! In the afternoon, we offer a variety of ‘workshops’ about different topics. There are some which run every year, such as ‘Road Trip Around the UK/USA’, Film, ‘Dancing with the Stars’, Choir, and Literature, but there is also plenty of room for new innovations, depending on your interests – hence Salsa, Scottish Politics, and Euclidean Geometry were also on offer in 2016.

The highlight of the day is usually the evening activities on the Sportplatz. Each evening has a theme – such as 4th July or ‘British Day’ – and there’s always sufficient opportunity to make a fool of yourself playing volleyball or learning ceilidh dancing, while eating more Wurst and drinking more beer than you thought humanly possible! Rehearsals for the bilingual theatre production also take place in the evening: the Summer School’s annual play is something of a community event in the local area. Both Teilnehmer and Dozenten take to the stage for what is always an incredible production.

chris-blog-sportplatz-1
Teilnehmer at the Sommerschule Wust gather at the Sportplatz to enjoy the evening activities

You may be wondering why such a small village hosts such a big event. It all came about as the result of the efforts of Maria von Katte, who is now something of a local celebrity. Frau von Katte gained her D.Phil (doctorate) at St Hugh’s College, Oxford in the 1960s, and, following the fall of the Berlin Wall, returned to her familial homeland, determined to help the local community adapt to life post-Wende. The first Summer School was planned as a small course for local teachers run by two professors and a handful of students. Yet interest proved so great that it quickly evolved into two three-week courses, each for 200 Teilnehmer, run by three Professors and 30 Dozenten! The organisers had no doubt that the Summer School would catch on, owing to its informal and innovative atmosphere.  Indeed, last year, Wust celebrated its 25th anniversary, and it looks set to continue for another 25 years in pretty much the same spirit. Not least because once you’ve been, few can resist the temptation of going back – some of the Teilnehmer have been coming almost every year since 1991!

So, to summarise – Wust: found in the middle of a Wüste, famous for its Wurst, and an experience I would heartily recommend. We’ll be recruiting once again from Oxford this year – keep an eye out for the adverts around February time!

 Chris Ellison, 3rd-year French and German, Lady Margaret Hall, Oxford

[Although the text and all its imperfections are my own, I must give credit to two true ‘Wusties’ for their help: Scott Usatorres for his excellent photos and Michael Laver for the punny title.]