A new OGN competition is launched – it’s going to be a classic!

The Oxford German Network is delighted to announce the launch of a new essay competition for 16-18 year olds in the UK: ‘A German Classic’. The piece of classic German literature celebrated this year is Goethe’s Faust, Part I. To find out all about entering the competition, visit the OGN website here, where you’ll also be able to download a wealth of podcasts and other study resources to help you. The competition prize has been generously donated by Jonathan Gaisman, QC, whose first encounters with German as a schoolboy left him with a lifelong enthusiasm for German literature. In this week’s blog, he tells us how this passion came about.

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Faust und Erdgeist, a sketch by Goethe

My first German teacher, a perceptive man called Roy Giles, wrote in my initial term’s report: “He will do well at this language, because he likes the noise it makes.” And so I did: aged just 14, I was immediately delighted by the disembodied voice on the audio-visual tape, which was how my acquaintance with the German language began: “Hören Sie zu, ohne zu wiederholen”. The cadences of this unremarkable sentence, bidding one to listen without repeating, still enchant me today. The story on the tape told of the prosaic doings of a German businessman attending an industrial fair. He was called Herr Köhler. Presumably this was a joke, though one unlikely to appeal much to schoolboys. But what caught my attention was the dramatic plosive – unlike anything in English – available to those willing to launch into the sentence “Plötzlich klingelt das Telefon”. That this sentence, like its companions, was of an almost Ionescan banality deprives it of none of its nostalgic appeal: I was already reaching for the handle of the door.

Four years later, by the time I left school, I had passed well and truly through. In those days, studying a modern language involved intensive study of literature. We studied Prinz Friedrich von Homburg and other writings of Kleist, carefully read Maria Stuart, and more than dabbled in the shallows of Faust part I.  A personal enthusiasm bordering on obsession led me to commit large slabs of Faust to memory, and they are still there. Giles had introduced us to recordings of Gründgens‘ performance of Mephistopheles in Faust; another teacher, Mark Phillips, earned my particular  gratitude by playing me Schubert’s Die schöne Müllerin.  And so the way was opened though literature to poetry, to Lieder, to Wagner and to the extraordinary contribution of the German language to the life of the arts from the 18th century on.

German literature and culture had thus passed into my bloodstream, and become part of my imagination and mental being. So it was inevitable that I would take modern languages to university, where I was lucky enough to be tutored by a third fine teacher, Francis Lamport, at Worcester College, Oxford. Sadly, before long, but not before adding authors such as Büchner, Grillparzer, Kafka and Mann to my acquaintance, I abandoned the outer form of German studies, and dwindled into a lawyer. But the fire within was alight, and it burns still. The few years between the ages of 14 and 18 when I studied German represent the dominant intellectual influence in my education, and the one for which I am most grateful.

The simple aim of this prize is to enable other students to set out on the same journey which has enriched my way of seeing the world, to discover the inspiration of the German literary canon, and to avow the great truth uttered by Karl der Groβe himself: “The man who has another language has another soul”.

Jonathan Gaisman QC

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Faust spricht mit dem Erdgeist (1969), Margret Hofheinz-Döring (copyright Brigitte Mauch)
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Ulrich Plenzdorfs Berlin

In her second post on literary images of Berlin, Jana Maria Weiss introduces us to Ulrich Plenzdorf, a German dramatist and writer who spent much of his life in the GDR.*

Edgar Wibeau liebt amerikanische Jazzmusik, J. D. Salingers Fänger im Roggen und vor allen Dingen echte Jeans:

Für Jeans konnte ich überhaupt auf alles verzichten … Jeans sind eine Einstellung und keine Hosen.

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Ulrich Plenzdorf by Günter Prust (1993)

Kaum zu glauben, dass wir es hier mit einem Romanhelden der DDR-Literatur zu tun haben – dem Protagonisten aus Die neuen Leiden des jungen W., dessen Autor Ulrich Plenzdorf (1934 – 2007) über sich selbst sagte, er sei „von Biographie und Tradition her rot bis auf die Knochen“.

Plenzdorf, ein gebürtiger Kreuzberger, stammt aus einer kommunistischen Arbeiterfamilie. Mutter und Vater engagieren sich aktiv in der KPD. Und landen so während der Nazizeit mehrfach im Gefängnis. 1950 – ein Jahr nach Gründung der DDR – siedelt die Familie von West- nach Ostberlin über, wo Ulrich Plenzdorf 1954 die Schule abschließt. Mit bestandenem Abitur in der Tasche zieht es ihn zunächst nach Leipzig. Das dort aufgenommene Studium der Philosophie bricht er jedoch bald ab, um sich als Bühnenarbeiter bei der DEFA einer praktischeren Tätigkeit zu widmen. Er bleibt beim Film hängen und beginnt 1959 sein Studium an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg. Berlin hat ihn wieder. Bald schreibt Plenzdorf eigene Filmszenarien für die DEFA – darunter sein wohl bekanntestes Werk Die neuen Leiden des jungen W., das 1972 als Filmerzählung in der Zeitschrift Sinn und Form erscheint. Der Text macht Ulrich Plenzdorf schlagartig bekannt.  Bald druckt man ihn in Ost und West als Buch.

Die Geschichte des Mittenberger Lehrlings Edgar Wibeau, der nach einer Auseinandersetzung mit seinem Meister die Ausbildung abbricht und in einer Ost-Berliner Laube untertaucht, begeistert die Leserschaft. Edgars Flucht vor gesellschaftlicher Bevormundung in die Einsamkeit ist eine Art Selbstverwirklichungstrip: In der verlassenen Laube tanzt und singt er amerikanisch, malt abstrakte Bilder und liest Goethes Werther, mit dem er sich bald seelenverwandt fühlt. Natürlich erscheint auch bei Edgar, dem „jungen W.“, bald ein reizendes Mädchen, zu dem die Liebe aus gesellschaftlichen Gründen unmöglich ist. Denn Charlie – wie Plenzdorf sie in Anlehnung an Goethes Charlotte nennt – ist verheiratet. Auch sonst gelingt Edgar die Rückkehr ins soziale Leben nicht. Er beginnt als Maler zu arbeiten, hat jedoch stets Probleme sich in die Handwerkertruppe zu integrieren. Es wird klar: Edgar ist alles andere als ein sozialistischer Held. Statt sich an fremdvorgegebenen kommunistischen Idealen zu orientieren, bekennt er völlig selbstbezogen:

Mein größtes Vorbild ist Edgar Wibeau. Ich möchte so werden wie er mal wird. Mehr nicht.

Doch seine individualistische Rebellion scheitert: Als er im Alleingang versucht, eine spezielle Farbspritzpistole zu konstruieren, kommt er durch einen Stromschlag in der Berliner Laube zu Tode.

Warum aber gerade in Berlin? Hätte Plenzdorf seinen Edgar Wibeau nicht einfach in Mittenberg lassen können, um diese Geschichte zu erzählen? Ich meine nicht. Denn gerade die Großstadt verdeutlicht als Kulisse den Konflikt zwischen Individuum und Kollektiv, der Plenzdorfs Werk bestimmt. Dem Großstadttreiben steht die einsame Laube gegenüber.

Plenzdorfs Berlin hat viele Augen. Wenn die Verliebten Paul und Paula in der Legende vom Glück ohne Ende durch die Straßen Friedrichshains spazieren, dann blickt die ganze Stadt auf sie. Wenn Paul vor Paulas Türe wacht, um sie nach ihrer Trennung zurückzugewinnen, schwirrt diese Nachricht bald durch ganz Berlin. Und das nicht, weil es sich bei den beiden um Ostberliner Promis handelt. Die alleinerziehende Kassiererin Paula und der studierte Paul sind ganz gewöhnliche Menschen. Wirklich realistisch ist das natürlich nicht – aber es zeigt, wie das Handeln des Einzelnen von der Gesellschaft beobachtet und dadurch eingeschränkt wird. Selbstverwirklichung ist im Kollektiv nicht möglich. Es fehlt der Raum für Eigensinn.

Paul: … es gibt Verpflichtungen, denen muß man nachkommen. Keiner kann immer nur das machen, was er will, vorläufig ist das so.

Paula: Und einfach … glücklich sein?

Paul: Bloß nicht auf Kosten anderer.

Paula: Und wenn doch?!

Paula ist wie Edgar ein durchschnittliches Mitglied der Arbeiterklasse. Ihre Berliner Alltagssprache ist einfach und direkt. Für große Politik hat sie nur wenig übrig.

Daß das häufige Auftauchen von Reisrezepten bedeutet, es wird Schwierigkeiten in der Kartoffelversorgung geben, konnte man ihr noch klarmachen. Daß aber ein dreispaltiger Artikel über die hervorragende Qualität der Schulspeisung (…) bedeutet, die Schulspeisung ist generell unter aller Würde, das begriff Paula schon nicht mehr. Sie war auch der Meinung, daß ein normaler Mensch da nicht mitkam.

Viel zu sehr beschäftigt sie ihre unmittelbare Umgebung: die Arbeit, die Familie – die Verwirklichung ihres privaten Glücks.

Plenzdorfs Protagonisten suchen Rückzugsorte, die in den dichtbevölkerten Berliner Plattenbausiedlungen kaum zu finden sind. Neben den großen Straßen in Mitte, Friedrichshain und Prenzlauer Berg werden so besonders kleine private Verstecke – von der Garage bis zur Gartenlaube – zu den wichtigen Berliner Schauplätzen seiner Literatur.

Neben der ironischen Beschreibung von Plattenbauten und Produktengpässen zeichnet sich Plenzdorfs Ostberlinbild also vor allem durch eines aus: die Feinfühligkeit mit der er den Einzelnen aus dem Kollektiv herauslöst, um dessen individuellen Sehnsüchten und Problemen nachzuspüren.

Plenzdorf erteilt den kommunistischen Idealen damit keine Absage, stellt aber infrage, ob sie in die Realität umgesetzt werden und überhaupt umsetzbar sind. Mit den Worten Plenzdorfs in der Legende von Paul und Paula:

Ideal und Wirklichkeit gehen nie übereinander. Ein Rest bleibt immer.

Literarische Kulisse für solche gesellschaftspolitischen Reflexionen ist stets Berlin – die Stadt, der Plenzdorf sein Leben lang verbunden bleibt.

2007 stirbt Ulrich Plenzdorf nach langer Krankheit in einer Klinik bei Berlin.

Jana Maria Weiss, OGN Ambassador

*OGN is grateful to the publishers for permission to cite Ulrich Plenzdorf’s work here.

Multilingual Drama in Schools – a new project!

The Oxford Research Centre in the Humanities’ Multilingual Drama project is now up and running! Supported by the Arts and Humanities Research Council the project is supervised by Oxford German Network director Katrin Kohl and planned, conducted, and evaluated by me, Ben Schaper.

The project is designed to enhance knowledge exchange between the University and its wider cultural context and provide an educational opportunity for young people interested in drama and languages. The project is based on the belief that drama provides a valuable educational medium in itself and that it interconnects excitingly with multilingualism, opening up spaces for articulating personal identity in new ways and providing an opportunity to experiment with language skills in stimulating ways.

The project aims to develop closer ties with local Oxfordshire schools, link them with local cultural institutions – especially theatres and arts centres – and provide a case study collaborative project for engagement between researchers, teachers, and performers.

So far we have established close ties with both the Oxford Playhouse and the North Wall Theatre. We are particularly pleased that both have also offered collaborations in the future so that the project will have a sustainable impact beyond its four month timeframe. The schools’ projects are shaping up very nicely. Most excitingly, a huge majority of schools are keen to produce their own adaptations or even completely original scripts. The variety of ideas goes from adapting Grimms’ fairytales to writing and workshopping narratives such as a travel idea that will enable the pupils to integrate as many languages as possible. At the moment we have at least six different languages involved and are still working on the fantastic prospect of involving some non-taught community languages.

At the end of April the first of two planned workshops will be held at the Oxford Playhouse. The Playhouse’s Participation Programme Leader Mezze Eade will provide the teachers with practical skills to teach theatre with a special focus on language acquisition. The second workshop will be held at the Playhouse in a month’s time and will get the teachers together to reflect on the process and give us a push for the last weeks until the final performances in June. We are aiming to create print as well as audio-visual materials that can be used in the future, and will be made available online.

The existing basis of the OGN proved very useful for getting this project going quickly and efficiently: of the eleven participating schools ten are OGN regulars from both the state and independent sector. Furthermore, we are very happy to have won the passionate and ambitious teachers from the Europa School in Culham as additional participants in the project.

Ben Schaper, OGN Graduate Assistant

If you want to find out more about the project and getting involved, you can contact Ben via email: ben.schaper@mod-langs.ox.ac.uk

Drama auf Deutsch!

We’ve found that theatre is a fantastic way to make languages come alive and give pupils an experience of language-learning beyond the classroom. Two of OGN’s local partner schools recently joined up to give their pupils the opportunity to watch, and even take part in, a play created especially for learners of German.

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Hochdramatisch! Onatti actors at work.

In February Headington School again hosted the Onatti theatre company for its German play, Zwillinge (Twins). All pupils in U3 (Year 8) who are experiencing German as part of their 3 language carrousel this year, as well as all pupils taking German in the L4, U4 and L5 attended. Headington was also delighted to welcome pupils from Bartholomew School, Eynsham.

The hour-long comedy was a play within a play, where Annika, preparing for a drama performance, enlists the help of Lukas, but unwittingly also ends up rehearsing with his twin brother, leading to some hilarious scenes. As always, Onatti brought excellent acting, a funny script and some great slapstick comedy together to entertain the pupils, with, as usual, plenty of interaction with the audience and co-opting pupils as extra characters.

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Is it Lukas… or his brother?

Reactions to the play were highly complementary:

Bartholomew School: Our students really enjoyed the experience and loved the play. “I really enjoyed the performance and the actors were very funny. It was easy to understand too!”

Headington: I thought that the play was funny. It was also very understandable because they acted it out well. I felt like I knew most of the words.

The play was really funny, the idea of the topic of the play was a really good idea, the audience participation was funny and the actors were very good at acting. 

Has Onatti brought the play Zwillinge to your school? Tell us what you thought in the comments section below!